The Invisibles im Doppelpack


Neben dem Sandman geht in meinem Comicregal auch die Serie The Invisibles zuende. Und im vorigen Beitrag war zu lesen, dass ich nicht mehr sicher bin, welche der Serien mir besser gefällt. Jetzt weiß ich es. Aber ich verrate es nicht.


The Invisibles (Band 5) – Counting to None

  • 6,5 von 10 Sternen
  • Ein Comic von Grant Morrison
  • auf Englisch, kein Pappenstiel
  • Mehr von mir über The Invisibles

Ich sag’s Euch direkt: The Invisibles (Band 5) – Counting to None ist ein Einbruch. Und ich sag‘ Euch noch was: nur ein ganz kurzer.

The Invisibles (Band 5) - Counting to None
The Invisibles (Band 5) – Counting to None

Auf der einen Seite bleibt alles beim alten: The Invisibles begegnen den Ganz Bösen mit List, Tücke, Voodoo, Weapons, lots of Weapons, Zeitsprüngen und der kleinen, aber wesentlichen Nasenlänge voraus. Zwischendurch Fetzen, die fliegen, Körper, die bluten und Hexen, die hexen. Sex findet auch wieder statt, scheint dabei lustvoll, dient der Beschwörung oder Meditation.

Mir gefiel an The Invisibles (Band 5) – Counting to None eines nicht: der Rhythmus der Plotwechsel und die Frequenz der Verwunderlichungen waren zu hoch. Ein bisschen zuviel Hin und Her, ein Hauch zuviel Chaos. Ich kam nur noch hechelnd mit, während außerdem meine Englischkenntnisse einfach nicht mehr genügten; besonders auf den letzten Seiten, dem Epilog.

Zwischenfazit: The Invisibles von Grant Morrison wird allerorts so dermaßen in den verschwörerischen Himmel gelobt, dass da noch mehr dran sein muss, als bei mir ankommt – und das ist echt nicht wenig. Die Geschichte im Ganzen ist rätseldurchströmt und bedeutungsschwanger mit Drillingen. Ich vermute, dass mir durch die für mich anspruchsvolle englische Originalversion einiges durch die Finger geht. Sowohl Information als auch Atmosphäre. So gilt, dass ich das Gesamtwerk irgendwann auch nochmal auf Deutsch genießen werde. Dann mit Erinnerungsmelancholie und noch mehr Wunderzunder. Aber noch sind die letzten beiden englischen Comics der Serie dran.

Und schon geht es weiter mit …


The Invisibles (Band 6) – Kissing Mister Quimper

  • 8,0 von 10 Sternen
  • Ein Comic von Grant Morrison
  • auf Englisch, kein größeres Problem
  • Mehr von mir über The Invisibles

Hach, was für ein Ende. Vorerst.

Nach dem kurzen, o.g. Einbruch der Serie durch The Invisibles (Band 5) – Counting to None ist The Invisibles (Band 6) – Kissing Mister Quimper wieder ein wahres Leseerlebnisvergnügen. Story, Dialoge und Rhytmus, Wunder, Waffen und Wirklichkeit sind wieder im perfekten Einklang. Die Verschwörung gegen die Verschwörung geht weiter. Und es geht immer tiefer hinab in die letzten Schichten der Möglichkeiten.

The Invisibles (Band 6) - Kissing Mister Quimper
The Invisibles (Band 6) – Kissing Mister Quimper

Das Comicversum des Grant Morrison ist dabei mindestens vierdimensional und mit meinen Plausibilitätsansätzen kaum noch – wenn überhaupt – zu greifen oder zu begreifen. Aber: alles im Einklang, alles rund. Das ist meines Erachtens auch das Geschenk von The Invisibles: Die Serie nimmt Dich mit zu der Konfrontation mit der totalen Unbarmherzigkeit. Auch The Invisibles (Band 6) – Kissing Mister Quimper fängt damit wieder echt ekelig an. Doch egal, wie bedrohlich es scheint, egal wie sehr Du im Visier der Regierung, der Außerirdischen oder sonstiger Allmachten stehst: da ist etwas, das dich am Ende vor Mister Quimper verschont.

Manchmal sind es Waffen, manchmal ist es Voodoo oder eine Schamanin, manchmal ist es Geld oder Technik, manchmal ist es Pop, manchmal Punk. Aber irgendwas ist immer. Irgendwas ist immer gut. Irgendwas ist immer besser.

Und oft ist es dabei super sexy.

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