Ein Engel im wirklichen Leben

Vor einigen Tagen war ich in Bielefeld, im Auto unterwegs nach hause. Tank leer. Also tanken. Nach dem tanken wusste ich einmal mehr, dass es „Das Gute“ gibt. Diesmal in Form einer jungen Frau hinter der Kasse. Und ich erzähl‘ Euch von Herzen gerne, was Bianca S. für mich gemacht hat:

Es war an diesem Tag noch nicht klar, dass Deutschland (nur) Dritter bei der WM 2010 werden würde. Noch war vieles offen. Und das Panini-Heft, das mein Sohnemann und ich derzeit für unser wichtiges Projekt hielten, wies letzte Lücken auf. Von den knapp 650 Bildern fehlten noch ungefähre 100. Logischer Zusammenhang: Ich an der Tankstelle führt zu „10 Tüten á 6 Sticker kaufen“. Bianca S. kassiert und fragt:

„Möchten Sie noch mehr Bilder?“

Ich frage nach, was sie mich damit genau fragen möchte. Sie:

„Ich habe zuhause jede Menge Doppelte. Die können Sie gerne haben.“

Ich staune. Ich kenne Bianca S. nicht. Ich hake nach.

Bianca S. schildert mir ganz schlicht, dass sie und ihr Sohn die ja nicht mehr brauchen.

„Wenn Sie möchten, bringe ich die morgen mit und Sie können die dann hier an der Tankstelle abholen.“

Ich komme allerdings nicht aus Bielefeld und daher fällt das aus. Mein Gegenvorschlag: Ich biete ihr 5 Euro und eine Visitenkarte an und bitte sie, mir die Sticker einfach per Post zu schicken.

„Die Visitenkarte nehme ich gerne. Die 5 Euro nehme ich nicht an.“

Keiner meiner Versuche, sie zu entlöhnen, führt zum Erfolg. Also bleibt mir nur, über so viel Freundlichkeit zu staunen und ihr zu versprechen, dass ich einen so besonderen – weil spontan anonymen – Gefallen damit zu entlohnen, dass ich irgendwo irgendwie irgendwann ebenfalls jemanden so erstaunen werde. Mit einem dicken, spontanen, anonymen Gefallen.

„Universum, warte es ab.“

Natürlich habe ich – wieder zuhause – meinem Sohnemann davon erzählt. Und wir haben gewartet und per stickermanager.com weiter gesammelt. Und heute, 2 Wochen nach dem Versprechen, kam das Paket. Knapp 1.500 Sticker waren da drin. Fast ein komplettes Heft. Uns fehlte aber mittlerweile nur noch genau 1 Sticker, das „Wappen“ der Griechen und das war nicht dabei.

Besser geht es nicht.

Danke Bianca S. für den Beweis.

PS: Morgen kommt der Griechenland-Sticker per stickermanager.com und dann sind wir komplett.

2 Antworten auf „Ein Engel im wirklichen Leben“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.