boris becker, jodorowsky und batman

hallo liebe leserin,
hallo lieber leser.

vor wenigen tagen ist ja weltweit die börse kaputt gegangen. zufälligerweise war ich genau ein tag später in frankfurt. ich habe zwar nicht konkret drauf geachtet, aber frankfurt war trotzdem genauso, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. mir egal.

macher, assistentin und kontaktperson

unter anderem habe ich in frankfurt eine große messe besucht. um missverständnisse zu vermeiden. ich war auf der automechanika, nicht in einer kirche. falls du demnächst an einen ähnlichen ort gelangst, an dem die freie marktwirtschaft in hochkonzentrierter form stattfindet, dann achte mal bitte auf folgendes:

bestimmt findest du zwischen all den unternehmungslustigen marktteilnehmern ein szenario vor, in dem ein mann (macher) neben einer frau (assistentin) steht und beide lebendige worte mit einem weiteren mann (kontaktperson) wechseln. alle lächeln sich an. zuversicht liegt in der luft, umgeben von der festen absicht in baldiger zukunft leistung gegen geld zu tauschen. absichten werden formuliert und interesse geschworen.

aber dann: kontaktperson muss erstmal weiter. also flott visitenkarten getauscht. bei breitestem lächeln werden letzte abschiedworte voller bestätigung gemachter versprechen gebölkt. kontaktperson dreht macher und assistentin den rücken zu und geht davon.

worauf ich hinaus will ist der blick, den genau dann macher und assistentin untereinander austauschen. zuerst lassen sie ihre masken fallen. ohne ihre lippen zu bemühen, sagen sie dann gemeinsam:

„was wollte der denn von uns? was für ein vollidiot.“

achte mal drauf. dass passiert immer wieder. der eine heuchelt und der andere trägt es als verkaufschance in sein customer relationship management ein. die energien im universum gleichen sich nunmal aus. das will die natur so.

ich meine die natur, die auch ständig arbeitet, weil ich älter werden muss.

viele kleine kinder

ich hatte geburtstag. das hat aber nichts damit zu tun. morgens waren bereits viele kleine kinder in da house beziehungsweise davor. geburtstagsausgelassen half ich den kleinen, unsere einfahrt mit kreide zu kolorieren. ich hatte eine lustige idee.

„legt euch mal hin. ich male euch dann auf die einfahrt.“

die machen das. ich auch. alle kichern. und es scheint noch total harmlos. doch dann stehen die kinder auf.

colourful massacre
colourful massacre

die nachbarn haben nichts gesagt. auch ist die obrigkeit nicht erschienen. und sogar die gäste meiner kleinen party verloren darüber kein wort. ob das ein gutes zeichen ist?

comics comeback

irgendwann kommt auch mein bruder und bringt, wie gewünscht das neue medium mit:

„ich will wieder comics lesen.“

vor wenigen tagen ist weltweit die börse kaputt gegangen. vor einigen tagen wochen monaten jahren ist das fernsehprogramm doof geworden. etwas im fernsehen zu finden, das nicht unmittelbar den zeitverschwendungsalarm auslöst, kommt der herausforderung nahe, auf messen direkt zu einem echten geschäft zu kommen. aber fairnesshalber sei festgehalten: beides passiert. meistens wird man aber eben für doof verkauft.

alternativ zum fernsehen wären da noch die bücher. ich kenne sogar einige echte bücherwürmer. ich bin leider eine bücherschnecke. ich lese schon so manches buch. aber schwindelig wird mir davon nie.

als kind – auch wenn es heute keiner glauben wird – war ich begeisterter fan von batman. also batmanfan. oder batfan. die anderen supis waren auch echt toll. grüner pfeil, roter blitz, spiderman etc. aber batman war mit abstand der beste. lieblingsfarbe: rot. lieblingsessen: kartoffelpüree. lieblingsmusik: queen. lieblingstier: keins. lieblingssuperheld: batman. damals. (übrigens: jahrzehnte später kam tim burtons erster batman auf die leinwand, den ich flotte fünf mal im kino genossen habe.)

mein bruder hat die zeit zwischen damals und heute irgendwie nie genutzt, um mal eine pause zu machen. vielleicht ist er mann geworden ohne mit dem jungen-sein aufzuhören. ich kann mich blind auf ihn verlassen, wenn ich ihm sage:

„ich will wieder comics lesen.“

und daran gehängt

„bald habe ich übrigens geburtstag.“

er bringt es mit. mein erstes comic seit jahrzehnten (von silent hill (band 1) und dem tadellosen dark tower abgesehen) ist 100 bullets (band 1). in den darauf folgenden tagen lese ich – aufgeregt wie der kleine junge von früher – die ersten seiten. bevor ich 100 bullets zuende gelesen habe bin ich in frankfurt.

drei affen und boris becker

am abend vor der fahrt nach frankfurt habe ich mich online mit herrn amazon getroffen. ich wollte mehr comics und herr amazon hat die alle. somit bat ich ihn, mir fünf feine werke zu schicken:

die waren natürlich noch auf dem weg zu mir als ich am folgenden tag in frankfurt herumlief, am abend vor der messe. alleine in frankfurt komme ich uninspiriert nur auf eine einzige idee: lecker essen und dann ins kino. was aber tun, wenn man überhaupt nicht ins kino will. was bleibt ist: herumlaufen. und wo landet der glückliche: in einem comicshop.

ich erinnere mich noch gut daran, wie verduzt ich auf unserem sofa saß, als der abspann von alejandro jodorowskys santa sangre über unseren fernseher schlich. wir waren baff. wir waren begeistert.

so war es logisch, dass ich monate später – in frankfurt – wieder baff war, als ich herausfinden durfte, dass kollege jodorowsky auch comics kreiert. ohne zögern kaufte ich die beiden traumschönen bände:

hurra. etwas später saß ich in einem feinen lokal, dass irgendwie monkey-mäßig hieß. die tollen drei affen, mit zu’en augen, ohren und mund zierten dessen logo. egal. war total lecker.

irgendwelche drei affen
irgendwelche drei affen

auf einem bildschirm läuft ununterbrochen eines der oben bereits erwähnten fernseh-programme. total überflüssig – für mich – wird ohne ton von einer modenschau nach der anderen berichtet. irgendwo muss man ja hinkucken. am nebentisch sitzt ein vater mit seiner tochter. ganz normale menschen. ihn schätze ich auf 40, sie auf 10. in der ersten reihe einer der modeschauen sitzt das bobberle, uns‘ boris, der wimbledon-becker. großer zoom auf sein gesicht und sein name wird eingeblendet.

das mädchen am nebentisch fragt ihren vater:

„du papa, wer war eigentlich nochmal dieser boris becker?“

traurig esse ich weiter. leider kann ich mich nicht betrinken, denn ich muss noch zurück ins hotel fahren, in dessen bar ich mich dann nachträglich mit hefeweizen versorge. boris beckers absturz in die vergessenheit wollte ich sofort in diesem blog verarbeiten. aber das schicksal hatte vorübergehend das w-lan im hotel kaputt gemacht.

so nutze ich die zeit für mein neues hobby und lese den ersten band von juan solo.

nochmal eigentlich

eigentlich wollte ich heute abend – in diesem beitrag – meine meinung über die bereits konsumierten comics in worte fassen. aber genug ist genug. das mache ich beim nächsten mal. wer nicht warten kann: es gibts ja mail.

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